Meditation

Bei dem Begriff Meditation denken viele an einen gedankenlosen, Stunden lang sitzenden Mönch in Tibet. Das Ziel ist absolute Stille im Kopf. Keinerlei Gedanken die unseren Geist stören. Und irgendwann folgt die Erleuchtung. 

Kennt man irgendwie dieses Bild, oder?

Ich muss zugeben, anfangs war auch das meine Vorstellung von der Meditation. Aber egal wie sehr ich mich auf meinen Atem konzentrierte, wie oft ich irgendwelche Mantras rezitierte oder das klassische Om summte diese lästigen Gedanken waren immer da. 

Ihr könnt euch denken, dass meine damalige Meditation Praxis alles andere als achtsam war. 

Eine weile übte ich dann mit geführten Meditationen, lies es dann auch mal wieder sein, fing wieder an und hörte wieder auf.

Dennoch löste die, wenn auch sehr unregelmäßig, Praxis etwas in mir aus. Ich erlebte zwar keine Erleuchtung aber mein Geist wurde wacher. 

Meine innerliche Unruhe die mich quält, war kein Phantom mehr sondern bekam ein Gesicht. Der Nebel lichtete sich und ich konnte die Ursachen meiner Unruhe deutlicher sehen. Bewusster Wahrnehmen.

Und genau das ist das Ziel der Meditation. 

Die Meditation ist eine formale Übung und dient der Entwicklung von geistiger Wachheit, Klarheit und Bewusstheit. 

Bei der Achtsamkeits-Meditation halten wir den Fokus im Hier und Jetzt, in dem wir unsere Aufmerksamkeit auf unseren Atem und Körper ausrichten. Denn alles was wir haben ist der jetzige Moment.

Wir trainieren das loslassen und lösen von Anhaftenden um im gegenwärtigen Augenblick zu bleiben. 

Gedanken dürfen da sein. Gedanken sind absolut natürlich und immer da, Die Herausforderung ist nur, nicht an ihnen hängen zu bleiben. Sondern sie einfach nur zu beobachten und wie die Wolken am Himmel weiter ziehen zu lassen.

Die Gedanken an sich sind oft nicht das Problem, nur wie wir sie anhand unserer Erfahrung bewerten und uns dann in Gedankenketten verstricken. Nicht jeder Gedanke muss zu Ende Gedacht werden. Zumal es sich meist um Erinnerungen aus der Vergangenheit oder Spekulationen über die Zukunft handelt. 

In der Achtsamkeit Meditation gehen wir in die Beobachterrolle. Verbinden uns über unseren Körper und unserem Atem mit dem gegenwärtigen Moment. 

Der Atem ist unser Anker in der Gegenwart.

Wir beobachten unsere Empfindungen im Körper, unsere Emotionen sowie unsere Gedanken und sind vollkommen Präsent. So werden wir wacher und unser geist klarer.

Und wie jede Praxis bedarf es auch bei der Meditation Übung. Keiner muss sich hin setzten und sofort 30 Minuten Meditieren. Es reicht schon ein paarmal bewusst ein und aus zu atmen. 5 Minuten, dann 10 und so weiter. 

Unser Geist muss genauso trainiert werden, wie unsere Muskeln. Keiner geht ins Fitnessstudio und hebt gleich 20 Kilo Gewichte. Langsam anfange und einen Schritt nach dem anderen. 

Übung macht bekanntlich den Meister. Und die fallen auch nicht vom Himmel.

Sei Geduld mit dir selbst und ohne jegliche Bewertung. Vergleiche dich nicht und verurteile dich auch nicht, wenn es mal nicht klappt. Auch das ist Okay. Alles darf sein, nichts muss.

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